Wenn der Wind feucht und kalt weht und der Regen waagerecht um die Hausecken pfeift – dann wird es drinnen so richtig gemütlich. Vor allem, wenn man nach einem Spaziergang draußen so richtig durchgepustet heim kommt. Wie wird man am schnellsten wieder warm? Am besten, in dem man mit Heißgetränken auch von innen heizt!
Da fallen einem Friesen natürlich sofort allerlei Getränke ein, die hier erfunden wurden für die kalte Jahreszeit.

Aber eine Warnung vorweg: In alten Zeiten ging man mit Alkohol recht sorglos um. Niemand machte sich Gedanken über negative Folgen des Alkoholgenusses. Denken Sie bitte daran, dass Alkohol nur in geringen Mengen genossen werden sollte ….
Die heiße Zitrone können Sie bedenkenlos in größeren Mengen trinken!

Ein steifer Grog

Der bekannte Spruch: “Wasser kann, Zucker darf, Rum muss!” bezieht sich natürlich auf dieses Getränk. Das Mischungsverhältnis kann individuell verändert werden – von gefärbtem Wasser bis zu heißem Rum. Grog ist einfach gemacht. Grogglas nehmen, zwei Teelöffel Zucker (darf), kochendes Wasser aufgießen (kann) und umrühren, Rum hinzugeben (muss, empfohlen 4cl oder so), nochmals umrühren und so heiß wie möglich trinken. Beachten: Der Grog hat eine schnelle und bewußtseinsverändernde Wirkung. Also danach am besten ins Bett.

Rotwein-Grog

Für sanftere Gemüter empfiehlt sich, anstelle des Rums Rotwein zu nehmen. (Muss kein besonders guter sein, wird ja eh ein bisschen verdünnt.) Da man hier mehr Rotwein nimmt, ist es ratsam, diesen vorher mit zu erwärmen.

Teepunsch

Des Friesen Lieblingsgetränk ist einfach zu machen. Schwarzen Tee – natürlich Friesenmischung: Assam-Ceylon und sehr schwarz – 4 Minuten ziehen lassen – sehr heiß auf Kandisbrocken in kleine Tassen gießen. Am liebsten nimmt man dafür die echten Teepunschtassen – kleine, dünne Porzellantassen mit dem traditionellen “indisch-blau” Muster. Schon das Knistern der Kandisbrocken weckt die Lust auf dieses Heißgetränk.
Dann wird Köm zugeschenkt. Entweder nimmt man “geelen Köm” oder klaren Kümmel-Schnaps. Dazu unten eine kleine Geschichte.

Pharisäer

Die Entstehungsgeschichte kennen Sie nicht? Erzählen wir später. Erstmal das Getränk:
Ein bisschen Rum in eine Kaffeetasse gießen und den heißen Kaffee dazu schenken. Zucker nach Geschmack – vorsichtig umrühren, damit der Alkohol nicht gleich verdampft. Viel Schlagsahne oben drauf, unbedingt soviel, dass vom Getränk nichts mehr zu sehen ist. Servieren. Man trinkt den Rum-Kaffee vorsichtig unter der Sahnehaube heraus. Vorteil: man riecht nichts, denn man trinkt ja nur Kaffee mit Sahnehaube. Allerdings ist die Wirkung enorm. Nach spätestens drei Tassen ist man in bester Stimmung und total aufgekratzt vom Kaffee…

Tote Tante

Genau wie Pharisäer zubereiten, nur mit süßem Kakao oder heißer Schokolade. Ist echt was für süße Leute und brummt.

Es geht aber auch ganz ohne Alkohol: heiße Schokolade, Kakao oder

Heiße Zitrone

Erhitze Wasser auf maximal 60 Grad. Alternativ kannst du es auch aufkochen und dann abkühlen lassen. Presse eine Zitrone aus und gib den Saft in das warme Wasser. Rühre etwas Honig oder Zucker ein und trinke die heiße Zitrone warm und in kleinen Schlucken. Wichtig: Achte darauf, den Zitronensaft nicht in zu heißes Wasser zu geben, weil sonst die enthaltenen Vitamine, vor allem Vitamin C, zerstört werden. Heiße Zitrone beugt auch Erkältungen gut vor.

 

Geeler Köm und gelbe Grenze

Köm und Kümmel sind Schnäpse, die auf Basis von Aquavit hergestellt werden. Der eine mit mehr Anis (geeler Köm – traditionell von Herm. G.D.), der andere mehr mit Kümmel (Kümmelschnaps). Schmeckt bisschen unterschiedlich.
Es gibt in Nordfriesland traditionell die sogenannte “gelbe Grenze”, sie verläuft entlang der Arlau, einem kleinen Fluss nördlich von Husum. Nördlich der Arlau trinkt man den Teepunsch mit “geelem Köm”, südlich davon mit klarem Aquavit oder Kümmel.
Wir bevorzugen geelen Köm, obwohl wir in St. Peter-Ording südlich der gelben Grenze wohnen.
Übrigens: Früher wurde in der Gastwirtschaft bei der Bestellung von Teepunsch neben der Tasse, dem Kandis auch der Kessel mit heißem Tee und die Flasche mit Köm auf den Tisch gestellt, damit sich der Gast sein Getränk selber zusammen mischen konnte. Dann konnte man ja feststellen, dass zuwenig Köm drin war und nachschenken. Dann war aber wiederum zu wenig Tee drin und man schenkte Tee nach. Dummerweise war nun wieder zu wenig Köm drin und man schenkte Köm nach  …. und man war immer noch bei “einer Tasse Teepunsch”. Leider ist diese Sitte im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen….